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Das Schiff

Die ATLANTIC ist nicht bloß ein Schiff.
Es ist ein Wesen mit einer Seele.
Sie wurde in Kriegszeiten geboren.
Hat eine Gewalt- und Wiederaufbauzeit erlebt.
Lange Zeit vernachlässigt ist sie nun dabei, würdevoll viel älter zu werden.
Einst für den Krieg gebaut, dient sie nun Menschen für Erholung und Genesung.

Historie

KFK ATLANTIC

KFK ATLANTIC

Die Kriegsmarine gab im Jahre 1942, 1072 Kriegsfischkutter in Auftrag und startete damit die größte Schiffbauserie der deutschen Seefahrtgeschichte. Entworfen und konstruiert wurden die KFK von der Firma Maierform GmbH. Die Kutter wurden als KFK 1 bis KFK 1072 bezeichnet. Fertiggestellt und in Dienst gestellt wurden letztlich aber nur 612 Stück – 554 kamen zum Fronteinsatz, wovon mindestens 135 sanken.

Den Bau übernahmen viele verschiedene Werften in ganz Europa – die Boote KFK 93 bis KFK 137 entstanden sogar im neutralen Schweden. Während die Nummern 1-157 noch als Spitzgatter gebaut wurden, liefen alle folgenden Baunummern (ab KFK 158) als Spiegelheck – also mit einem breiteren, platt abgeschlossenen Heck – vom Stapel. Rumpf, Kiel und Steven wurden in der Regel aus Eichenholz, die Spanten dagegen aus Schiffsbaustahl gebaut. Die Materiallage ließ dies nicht immer zu, so dass auch oft auf Nadelholz zurück gegriffen werden musste. Die Antriebsanlagen bildeten Dieselmotoren verschiedenster Bauart, da man die Motoren nutzte, die beim Bau zur Verfügung standen bzw. einfach zu beschaffen waren.

Die Atlantic als Teil davon wurde 1943 in der Burmester Bootswerft Swinemünde gebaut. Als KFK “Atlantic” Nr. 213 lief sie vom Stapel.
Der erste Einsatz war ab Juli 1943 als Geleitschutzboot und Minensucher in Norwegen.
Ab Juli 1944 wurde sie als U-Bootjäger in schwedischen Gewässern genutzt.
Bei Kriegsende setzte man die Atlantic als Rettungsschiff ein, um Flüchtlinge aus Danzig und Kolberg aufzunehmen. Es waren immer wieder bis zu 250 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, an Bord. Unter Beschuss, bei sehr schlechten Wetter und katastrophalen Hygienebedingungen mussten die Flüchtlinge ihre Kinder samt Kinderwagen aufs Steuerhaus heben, um die Kinder bei eventuellem Volltreffer aufschwimmen lassen zu können.
Es ist anzunehmen, dass mit dem Schiff über 1000 Menschen gerettet werden konnten.

Nach dem Krieg haben verschiedene Eigner die Atlantic als Fischkutter, Arbeits- und Charterschiff genutzt.

Laderaum

Laderaum

Ab 1945 räumten ungefähr 300 andere Kutter Minen an den deutschen Küsten. Im Anschluss daran bildeten diese robusten Boote den Grundbestand des Bundesgrenzschutz See und stellten die Küstenwachgeschwader der Bundesmarine. Ein Großteil ging jedoch als Reparationsleistung an die alliierten Siegermächte (Sowjetunion: 140, Niederlande: 5, Frankreich: 26, Norwegen: 9, Griechenland: 4, Schweden:1). Einige KFK überdauerten ebenso die Jahre bis in die heutige Zeit und sind unter anderem noch als Hochsee-Angelkutter, Ausflugsschiff, Privatyacht oder auch Ausbildungsschiff (Segelschulboot Nordwind) in Gebrauch. Es gibt von KFK´s eigentlich alles an Plänen, da ja etwa 600 Stück gebaut wurden. Das Archiv der ehemaligen Yacht- und Bootswerft Burmester (Bremen Burg) wird heute von der Lürssen Werft GmbH & Co. KG (Bremen Vegesack) aufbewahrt. Im Buch „Kriegsfischkutter” von Herwig Danner sind neben Bildern vom Bau und fertigen Kuttern Linienriss, Schnitte, Ausbauübersichten und vor allem die Aufmaßtabelle abgebildet.

Beim Kauf im März 2008 befand sich die Atlantic in einem recht desolaten Zustand.
Die Vorpiek, der Eisraum und der Fischraum waren durch den vorherigen Eigner schon komplett entkernt und erwähnenswerterweise bereits durch etliche laufende Meter Holz neu abgedichtet. Der Maschinenraum war in einem schlechten Zustand, insbesondere die originalen Dieseltanks.
Der Schiffsdiesel war hingegen überholt und in gutem Zustand. Die beiden Stromgeneratoren waren nicht betriebsbereit. Die Beseglung war bis auf die Fock gut, keine UV-Schäden. Das laufende Gut musste im Ganzen ersetzt werden. Viele Blöcke und Umlenker saßen fest. Anker inklusive Handwinde und Kette waren einsatzbereit. Im Rumpfbereich bis zum Leibholz wurden wie viele Meter Eichenplanke (8 cm stark) ausgetauscht. Das Deck wurde mit Spanplatten notdürftig abgedeckt und wurde inzwischen mit 78mm x 98mm Lärchenholz fast vollständig erneuert. Der obere Teil des Stevens muß durch eine Werft ersetzt werden. Alle Schanzträger müssen nachgeschweißt, sandgestrahlt und feuerverzinkt werden. Das Schanzkleid muß komplett aus 3 cm starker Lärche neu aufgeplankt werden. Das Zwischendeck mit dem Ruderhaus wurde entkernt und mit Lärche auf Profilstahlträgern neu aufgebaut. Beim Großteil der Restaurierungsarbeiten wird auf alte Bootsbautradition zurückgegriffen.

Schiff & Technik

maschineWerft: Burmeister, Swinemünde

Modell: Kriegsfischkutter Nr. 213, Langkieler

Zweimast-Ketsch

Länge über alles: 24,80 Meter

Breite: 6,20 Meter

Gewicht ohne Aufladung: ca. 100 t

Tiefgang 2,60 Meter

Motor: MAN D 2156 Mi Sechszylinder Turbolader. 10 l Hubraum und etwa 250 PS Leistung

Diesel-Zentralheizung ist in Arbeit

Hydraulische Steuerung

Drei 2500 Liter Dieseltanks

1000 Liter Wassertank

500 Liter Fäkalientank

Navigation und Sicherheit

Redundant ausgelegte Stromversorgung (Hybridlösung)

Landanschluss, 3 kW Stromgenerator, 4kW 24V Wechselrichter

Zusätzlich sind Gäste- und Aufenthaltsbereich stromtechnisch getrennt vom Steuerungs- und Lenzbereich

Externe Lenzpumpe mit 75.000 l Pumpleistung

Drei 24V Lenzpumpen a 7500 l Pumpleistung

Drei 220 V Lenzpumpen a 15000 l Pumpleistung

Zwei unabhängige GPS-Systeme und Ersatzhandgerät (Kartenplotter und Navi-PC mit weltweiter Abdeckung)

Magnetkompass

Echolot

UKW Seefunk mit DDSC Feststation

UKW Seefunk Handgerät

Class B AIS Transponder

Davis Vollsichtsextant und Papierkartensätze

Automatische Rettungswesten

Vier Rettungsringe mit Notleuchten

Rettungsinsel

LED-Positionsbeleuchtung

Gewicht ohne Aufladung: ca. 100 t

Rettungsinsel